Nationales Waffenregister – XWaffe

Nationales WaffenregisterIn deutschen Schulen soll es nicht zu amerikanischen Verhältnissen kommen, wo Sicherheitspersonal Ausweise überprüfen muss. Deutschland hat aus dem Amoklauf von Winnenden die richtigen Schlüsse gezogen und möchte bis Ende 2012 ein Nationales Waffenregister einführen. Zukünftig können Jugendliche nicht mehr so leicht an Waffen gelangen. Denn der Zugang zu Schusswaffen wird damit erschwert und die Täter lassen sich durch eine deutschlandweite Registrierung im Waffenregister leicht finden. Doch nicht nur das: Mithilfe von dieser Datenbank sollen zukünftige Taten frühzeitig vereitelt werden, indem Risikopersonen vorher beraten werden.

Hoher Nutzen oder unnötige Kosten?

Die gute Nachricht: Für den Verbraucher entstehen mit dem Nationalen Waffenregister keine weiteren Kosten. Er muss nichts unternehmen, denn das Problem liegt an einer anderen Stelle vergraben. Derzeit gibt es knapp 600 verschiedene Behörden, die sich mit der Meldung von Waffen befassen. Möchte die Polizei nun eine gezielte Auskunft zu einer Person, stellt dies ein unüberwindbares Hindernis dar. Dabei wäre es für eine Ermittlung am Tatort extrem wichtig zu wissen, über welche Waffen der Täter verfügt. Gäbe es ein zentrales Register, würde dieses Problem der Vergangenheit angehören. So könnte die Polizei ihren Einsatz genau planen. Das soll in Zukunft durch das Einheitssystem XWaffe möglich gemacht werden. Alle Behörden sollen unter diesem Codenamen vernetzt werden, der in Zukunft nur noch einen einzigen Zugriff benötigt, um Daten über eine bestimmte Person zu erhalten.

Schnell wird klar, wo die Möglichkeiten dieses Systems ausgeschöpft sind. Wenn sich jemand eine Waffe illegal besorgt, kann dies nicht nachverfolgt werden. Plant jemand einen Amoklauf, wird dieser wahrscheinlich nicht verhindert werden können. Allerdings können die Einsatzkräfte vor Ort bestimmen, welche Waffe der Täter nutzt. Denn meistens stammt diese aus dem Waffenschrank der Eltern. So kann die Gefahr genau eingeschätzt werden und die Polizei kann sich darauf einstellen.

Nicht alles ist Gold, was glänzt

Auf den ersten Blick klingt alles sehr vielversprechend. Verbrechen sollen bekämpft werden, damit es in Zukunft nicht mehr zu Amokläufen kommen kann. Allerdings kann auch das Nationale Waffenregister diese nicht verhindern. Doch die Vorteile liegen auf Seiten der Polizei. Sie kann gezielt bestimmen, welche Waffe der Täter hat. Bei knapp 600 verschiedenen Datenbanken war dies in der Vergangenheit nicht möglich. Dank XWaffe sind diese vereint und können schnell abgerufen werden. So können sich die Einsatzkräfte gezielt ein Bild von der Situation machen und ihren Einsatz darauf abstimmen. Das Waffenregister übt auf zukünftige Täter eine abschreckende Wirkung aus, da sie schneller geschnappt und überwältigt werden können. Vorsorge ist bekanntlich die beste Medizin.

ZDF reportage – Amoklauf von Winnenden

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