Waffenhandelslizenz – wer braucht sie?

Wer in Deutschland mit Schusswaffen oder Munition handelt, benötigt eine Waffenhandelslizenz, oder wie im Gesetzestext genannt, eine “Waffenhandelserlaubnis“.

Aber für wen ist die Waffenhandelslizenz wichtig? Laut EU Richtlinie und Waffengesetz fallen der Handel und der Tausch mit Waffen sowie Vermietung, Umbaumaßnahmen und Reparaturen in den Arbeitsbereich eines Waffenhändlers und sind somit Lizenzpflichtig. 

Wer kann eine Waffenhandelslizenz beantragen?

Um in den Besitz einer Waffenhandelserlaubnis zu gelangen, muss man, bei der für den eigenen Wohnsitz zuständigen Polizeibehörde, einen Antrag stellen. Dieser Antrag geht dann durch das Genehmigungsverfahren. Sollte die persönliche Zuverlässigkeit gegeben sein, meldet die Polizeibehörde den Antragsteller bei der zuständigen Prüfungskommission an – in den meisten Fällen ist dies die regionale Industrie- und Handwerkskammer (IHK).Die Anforderungen sind hoch: der Antragsteller muss eine theoretische und eine praktische Fachkunde Prüfung ablegen. Die Themen sind unter anderem: waffenrechtliche Vorschriften, der Erwerb und das Führen von Waffen, die verschiedenen Waffenarten, deren Konstruktion und Handhabung und je nach Umfang der Waffenhandelserlaubnis auch die Handhabung der unterschiedlichsten Munitionsarten. Einzige Ausnahme: ein Büchsenmachermeister braucht aufgrund seiner beruflichen Ausbildung und Kenntnissen keine weitere Fachkundeprüfung ablegen.

Die Kosten einer Waffenhandelserlaubnis

Die Kosten für eine Waffenhandelserlaubnis sind sehr unterschiedlich. Eine Vorbereitung auf die Prüfung kann sehr unterschiedlich laufen. So ist das Aneignen des Lehrstoffes mittels der Unterlagen zuhause – oder über Lehrgänge freier, aber kostenpflichtiger Anbieter im gesamten Bundesgebiet – möglich. Waffenschulen und ähnliche private Institutionen bieten mehrtägige Lehrgänge an. Die Kosten für die Schulungen betragen zwischen 600 und 1000 Euro zuzüglich der Prüfungsgebühren und den Gebühren für die Erteilung der Waffenhandelslizenz. Nicht zu vergessen und zu unterschätzen ist bei der Prüfung praktische Teil, bei dem man sich rechtzeitig um Unterstützung seitens Waffenhändler oder Büchsenmacher kümmern sollte. Die Gebühren für die Prüfung bei der IHK schwanken, je nach Umfang der angestrebten Erlaubnis liegen die reinen Prüfungsgebühren zwischen 150 und 250 Euro. Hierbei kann es sich lohnen, wenn man weiß welche Waffenarten man in Zukunft handeln oder vermieten möchte, um den Umfang der Waffenhandelserlaubnis gleich richtig festzulegen. Die Gebühren für die Erteilung der Waffenhandelslizenz dagegen sind nicht einheitlich zu benennen. Hier sollte man bei der zuständigen IHK nachfragen. Je nach Gebührensatz schwanken die Kosten für die Erteilung zwischen 102,26 Euro und 2.556,46 Euro.

Für welche Waffen benötigt man eine Lizenz?

Eine Beschränkung der angestrebten Waffenhandelserlaubnis auf Waffen mit weniger als 7,5 Joule ( sogenannte Luftgewehre, Luftpistolen und Softair Waffen ) ist nicht erlaubt – man sollte sich als Waffenhändler mit der Rechtsgrundlage aller gängigen Waffen wie Sport und Jagdwaffen und deren Munitionen auskennen, und die Waffen auch fachgerecht handhaben können.

Unter den Begriff “Waffe” und somit unter die Anforderungen des Waffengesetzes (WaffG) fallen auch die Softair / Paintball Waffen. Für diese Kategorie an sogenannten Spielzeugwaffen haben sich die Händler – bei Softairwaffen bis zu 0,5 Joule – freiwillig auf eine Altersabgabebegrenzung von 12 Jahren geeinigt. Die Airsoftwaffen von 0,5 bis 7,50 Joule und drüber sind in der Altersbegrenzung bei 18 Jahren eingeordnet worden. Ungewöhnlich – aber trotzdem im WaffG verankert – ist auch das Tragen und Führen von einem Schlagstock. Auch Messer mit einer feststehenden Klinge über 12 cm fallen unter das WaffG. Der Verkauf von Elektroschocker ist ebenfalls genehmigungspflichtig. Nicht unter das WaffG dagegen fällt der Bogen. Der Bogen ist keine Waffe im Sinne des Waffengesetzes. Die Armbrust hingegen wird, da die Antriebsenergie durch arretieren gespeichert werden kann, einer Waffe gleichgestellt und ist somit dem WaffG zuzuordnen. Waffen jeglicher Art sollten sicher im Waffenschrank verschlossen sein. Hierbei spielen die gesetzlichen Grundlagen und Anforderungen an die verschiedenen Waffenarten eine große Rolle.Wenn man Waffen kaufen möchte, sollte man sich über den Händler ausgiebig informieren. Es gibt nicht viele eingetragene und zuverlässige Waffenhändler in Deutschland. Besonders wenn es sich um gebrauchte Waffen handelt, ist es wichtig die Garantie- und Serviceleistungen in Anspruch nehmen zu können und im Bedarfsfall eine Austauschwaffe zu erhalten.

Wer Waffen ohne Erlaubnis verkauft oder importiert macht sich strafbar. Die Strafen liegen im Ermessen des Richters basierend auf der jeweiligen Rechtsgrundlage und des Straftatbestandes.
Auskünfte und weitere Informationen erteilt die zuständige Polizeibehörde oder die regionale Industrie- und Handelskammer. (JG)

Videos zur Waffensachkundeprüfung

VN:F [1.9.20_1166]
Bewerten Sie diesen Artikel
Rating: 10.0/10 (2 votes cast)
Waffenhandelslizenz - wer braucht sie? , 10.0 out of 10 based on 2 ratings