Heckler & Koch ermittelt selbst

G36 für Spezieleinheiten in Lybien aufgetauchtWie bereits berichtet haben die libyschen Rebellen eine nicht geringe Anzahl von G36- Sturmgewehren, die aus deutscher Produktion stammen, erbeutet. Aber der Weg, wie die Waffen nach Libyen gelangten ist noch unbekannt. Das will die Heckler & Koch jetzt vor Ort herausfinden.

Ermittlungen auf Expertenniveau

Der Hersteller des G36 Heckler & Koch will selber ermitteln, wie die Exemplare des G36-Gewehres nach Libyen gelangten. Der Geschäftsführer des Unternehmens Martin Lemperle erklärte der “Bild am Sonntag”: “Wir haben vor, ein Expertenteam nach Tripolis zu senden, um dort gemeinsam mit den verantwortlichen Stellen die Sachlage zu überprüfen.” Lemperle erklärte erneut, dass die Firma Heckler & Koch niemals Waffenexporte nach Libyen getätigt habe. Bereits vergangenen Mittwoch hatte der Hersteller erklärt, dass die in Libyen aufgetauchten Waffen unrechtmäßig dorthin gelangt sein müssen. Libysche Rebellen hatten nach Zeugenaussagen G36-Gewehre beim Sturm auf die Gaddafi-Residenz erbeutet.

 

Aus welchem Jahr stammen die Waffen?

Die Gewehre wurden nach Angaben von Rüstungsgegnern im Jahr 2003 hergestellt. Das Produktionsjahr kann man an den Kürzeln auf den Waffen nachprüfen. Die eigentlichen Nummern auf den Waffen sind herausgefräst worden und wurden durch fiktive Nummern ersetzt.

 

G36 für Spezialeinheiten

Es ist möglich, dass die Gewehre in ein  NATO-Partnerland, wie Spanien oder Frankreich exportiert wurden. Damit hätten dann die Partnerländer einen Verstoß gegen die sogenannte Endverbleibsklausel begangen, nach  der der endgültige Bestimmungsort von Waffen bereits beim Genehmigungsantrag angegeben werden muss.Die Bundeswehr hat das Sturmgewehr G36 seit 1997 im Einsatz. Das Gewehr ist größtenteils aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Es ist einfach zu zerlegen und auch wieder zusammenzubauen und verfügt nach Bundeswehr-Angaben über eine “gute Schussgenauigkeit” bis hin zu 800 Meter. Das G36 hat eine Feuergeschwindigkeit bis 750 Schuss pro Minute. In Libyen sind allerdings G36-Sturmgewehre von einem besonderen Typ mit verkürztem Lauf aufgetaucht, der nur von Spezialeinheiten verwendet wird.

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