Muay Thai – Nationalsport Thailands

Muay Thai, in Deutschland besser als Thaiboxen bekannt, ist eine der ältesten Kampfsportarten Asiens und der Nationalsport in Thailand. Der genaue Entwicklungsprozess kann bis heut nicht genau rekonstruiert werden, doch man geht davon aus, dass der Kampfsport bereits im 16. Jahrhundert praktiziert wurde. Sicher ist, dass sich die thailändischen Soldaten in vergangenen Jahrhunderten immer wieder mit ausländischen Invasionen auseinandersetzen mussten und auf dem Schlachtfeld auf der Grundlage alter Kriegskünste Muay Thai entwickelten. Richtig populär wurde der Zweikampf nach dem zweiten Weltkrieg, als klare Regeln festgelegt wurden. 1995 gründete die thailändische Regierung den World Muay Thai Council, dem nun weltweit alle Muay Thai-Verbände unterstehen.

Muay Thai oder Thaiboxen

Fotoquelle: © Hannes Tier / pixelio.de

Verrufen als ”Hau-drauf-Sport”

Muay Thai ist ein Vollkontaktsport. Alle Gliedmaßen werden im Zweikampf eingesetzt. Besonders Ellenbogen und Knietechniken, auch gegen den Kopf sind wichtige Elemente. Erlaubte Techniken sind:

  • Schläge zum Kopf
  • Knie- und Ellenbogentechniken
  • Alle Tritttechniken mit dem Fuß und Schienbein
  • Alle Fausttechniken und der Handrückenschlag
  • Festhalten des gegnerischen Beins mit nachfolgenden erlaubten Techniken
  • Clinchen

Zwar sind Schläge und Tritte gegen den Hinterkopf, Genitalien, Rücken und auf dem am Boden liegenden Gegner verboten, trotzdem gilt Thaiboxen wegen seinem hohen Verletzungsrisiko durch Ellenbogen- und Knietechniken als eine der härtesten Kampfsportarten der Welt. Als Hau-drauf-Sport in Verruf geraten, wird Muay Thai aus unterschiedlichen Gründen ausgeübt. In Europa ist es ein beliebter Sport zur Verbesserung der allgemeinen Fitness oder wird zu Selbstverteidigungszwecken erlernt. In Thailand dagegen wird mit Wettkämpfen Profit geschlagen und die erfolgreichen Boxer werden als Idole verehrt.

Aus der Armut in die Stadien Thailands

Für viele junge Männer ist Muay Thai der einzige Ausweg um der Armut zu entkommen. Aus diesem Grund wird schon im Kindesalter mit einem strikten Training begonnen und an Wettkämpfen im Dorf teilgenommen. Ob in Trainingscamps oder Zu Hause, alles dreht sich ums Thaiboxen. Bis zu dreimal am Tag werden Kondition, Kraft und Technik geübt und verbessert. Keine andere Kampfsportart weist solch ein intensives Training auf. Nicht ohne Grund sagen die Thais:” Nichts als unsere eigene Kampfkunst kann uns besiegen !” Erfolgreiche Kämpfer werden an die Kampfbörse nach Bangkok vermittelt und haben die Chance an wichtigen und gutbesuchten Kämpfen in Stadien teilzunehmen.

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