Ferien beim Militär?

Paintball SchweizIn der Schweiz gibt es jetzt wohl so eine Art Paintball oder Gotcha für Erwachsene: Ein englischer Anbieter bietet Schiess-Wochenenden in der Schweiz an, die angeblich in einer geheimen militärischen Anlage stattfinden. Die Financial Times berichtet, dass private Waffenfans aus Großbrittanien für drei Tage die Schweiz besuchen können, um hier unter Aufsicht und Leitung eines britischen Veteranen der Armee herumzuballern.

 
 Brisant

Die Schiessanlage soll im Besitz von Bund sein. Dass die Zivilisten Seite an Seite mit der Polizei und den Armeeeinheiten trainieren scheint niemanden zu stören. Auf Anfrage gibt die Armee aber an, dass sie davon nichts wissen. Der Armeesprecher Christoph Brunner gab in einem Interview an, das die Zeitung Le Matin veröffentliche, dass er die Existenz solcher Schiessanlagen ausschliesst. Ein nicht namentlich genannter Militärexperte verriet der Zeitung aber, dass diese Baller-Aufenthalte durchaus bekannt sind. Schon seit etwa zehn Jahren werden damit Geschäfte gemacht.

Auch wenn die Militäranlage als geheim benannt wird, kommt man bei der Beschreibung auf der Website vom englischen Anbieters darauf, dass es der Waffenplatz Isone TI sein kann. Auf diesem Übungsplatz werden Grenadiere der Schweizer Streitkräfte ausgebildet. Die Grenadiere sind die stärkste Truppengattung der Schweiz. Der Armee-Experte Beni Gafner meint, dass ihn das nicht erstaunt, da Isone schon immer etwas Eigeninitiative entwickelt hat. In der Politik ist man jedoch verwundert: Wenn das wirklich stimmt, muss man sich das mal genauer ansehen, meint Max Chopard-Acklin. Er ist der Vizepräsident von der Sicherheitspolitischen Kommission im Nationalrat. Diese Art von Tourismus wird nicht gewünscht in der Schweiz, sagte er.

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